Weidener Turnverein 1869 e. V.

Franz Otten

Ein Leben für den WTV-Handball

Franz Otten als Spieler
Zu Zeiten, als die Durchschnittsgröße eines Mannes 170cm betrug und die WTV-Handballer dafür bekannt waren, daß die gegnerischen Mannschaften sie meist um Haupteslänge überragten, stand ein Turm in der Schlacht und überragte alle: Franz Otten.

Schon in der Jugend, in den Meistermannschaften von Anton Tropartz und auch später bei den Senioren war keine Mauer der Gegner ihm zu hoch und die Torsteher bekamen das Zittern in den Beinen, wenn er bei einem Freiwurf nach dem Ball griff. Er war auch einer der wenigen guten Feldhandballspieler, der allen Unkenrufen zum Trotz, beim Umstieg von Feld auf Halle keinen Leistungsverlust erlitt. So war es ein ganz natürlicher Vorgang, daß die Schüler und Jugendlichen ihm nacheiferten und das erst recht, als er sich in ihre Betreuung einschaltete.

In den 35 Jahren seiner Jugendarbeit hat er unzählige Mannschaften zu Meisterehren, ja bis zum Spiel um die Deutsche Meisterschaft geführt. Er kommt erst richtig in Fahrt, wenn er von der Bank aus seine Spielerinnen und Spieler lobt und tadelt und hierin auch nicht selten die Schiedsrichter gleich mit einbezieht.
Wenn ihn auch heute einige seiner Schützlinge an Größe überragen: sie schauen nach wie vor zu ihm auf und es werden in seiner langjährigen Tätigkeit inzwischen weit über 1000 gewesen sein.

Was Frauen und Männer wie Franz Otten heute im Zeitalter der Verwahrlosung und der zunehmenden Jugendkriminalität für gesellschaftliche und sozialpolitische Leistungen vollbringen, indem sie sich auch über den Sport hinaus um ihre Schützlinge bemühen und auch dort noch Erfolg zeigen, wo teilweise joborientierte Berufspädagogen entweder versagen oder sich zurückziehen, das wird in der Öffentlichkeit viel zu dürftig gewürdigt und belohnt.

Der WTV schätzt den Franz nicht nur wegen dieser Leistungen sondern auch wegen seiner kritischen Mitarbeit in der Vereinsführung. Wenn er sich bei Generalversammlungen zu Wort meldet, wird es ernst. Viele Auszeichnungen von Verbandsseite und aus dem Verein hat er inzwischen erhalten. Er, der mit dem Wahlspruch lebt: "Net mulle, wierke!", hält nicht viel von großartigen Ehrungen.

So bedurfte es schon eines Vieraugengespräches um ihn davon zu überzeugen, daß ihm, als weit über Weiden hinaus bekanntes seriöses "Aushängeschild" des WTV den durch den Tod von Anton Tropartz freiwerdenden Goldenen WTV-Ring zustand.

Quelle: Festschrift des Weidener Turnvereins 1869 e.V. zum 75-jährigen bestehen der Handballabteilung

 

 

Franz Otten als Trainer
Nach seinem viel zu frühen und plötzlichen Tod, ist die Lücke die er gerissen hat, immer noch nicht geschlossen, und wird wohl auch nie geschlossen werden. Diese Hingabe und Aufopferungsbereitschaft für den Verein und für all die jungen Menschen die unter "seiner Fuchtel" weilten, kann ihm so schnell keiner nachmachen.


Franz, du wirst immer in unserem Herzen bleiben.